Freitag, 12. Oktober 2012

In a world of black and white...

“Papa, früher als die Welt noch schwarz-weiß war...”
So habe ich mal irgendeine Frage begonnen, als ich klein war. Vielleicht drei, oder vier.
Ich habe damals im Fernsehen irgendetwas gesehen, irgendetwas sehr, sehr altes und sowieso war mir aufgefallen, dass die alten Filme immer schwarz-weiß waren. Dieser Fakt ließ für mich also nur die eine Annahme zu, dass die Welt früher schwarz-weiß gewesen sein muss. Eigentlich eine logische Schlussfolgerung, wie ich finde.

Heute aber bin ich mehr oder weniger groß - zumindest ist meine Kindheit traurigerweise inzwischen irgendwie irgendwo in und zwischen Kartons auf dem Speicher und im Keller, und die Fragen, die ich früher den großen Menschen gestellt hätte, haben es sich nun einzig und allein in meinem Kopf bequem gemacht.

Heute, da ich irgendwie ein bisschen groß bin, weiß ich also, dass ich meine Aussage damals nicht richtig überprüft habe. Heute weiß ich nämlich, dass die Welt eigentlich immer noch sehr sehr oft schwarz-weiß ist. Vielleicht, denke ich mir manchmal, war die Welt sogar früher noch bunter als jetzt, früher, als die Welt noch schwarz-weiß war.

Zumindest schwärmen doch die alten Menschen immer so von früher. “Früher, war alles besser” hört man sie ständig sagen, oder, “Früher hätte es das nicht gegeben.” Solche Sätze, bei denen sich in deinem Hirn ein lautes “Jaaaa, Oma, ist okay” breit macht.

Aber vielleicht hat die Oma ja auch recht. Weil alles sich viel bunter anhört, wenn sie dann anfängt zu träumen, und von den Sachen erzählt die sie früher “angestellt” hat, dann, wenn sie herzhaft in sich herein lacht und ihre Wangen tatsächlich rot werden, und du in ihren Augen für einen kleinen Augenblick irgendetwas glänzen siehst, so eine junge Frische, die kurz in ihren Augen blitzt.

Wahrscheinlich werde ich, wenn ich alt werde auch eine von denen die sagt “Früher war alles besser.” und vielleicht kommt mir dann diese Welt in der ich jetzt lebe im Nachhinein auch gar nicht mehr so schwarz-weiß vor.

Oder vielleicht ist die Welt einfach schwarz-weiß, und das Einzige was man tun kann, ist einen Pinsel zu nehmen um zumindest das eigene Leben ein wenig bunter zu gestalten.

Das wären dann wohl die wahren Lebenskünstler. Die, die sich ihr Leben, ihre Welt bunt malen.


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