Mittwoch, 9. Oktober 2013

Coffee black and egg white

Ich rede so viel, ich sage so wenig
in meinen Ohren ein leises Rauschen
und meine Augen vernehmen nur schwarz und weiß
Hör nicht auf zu denken

Die Kinovorstellung in meinem Kopf ist schon so lange vorbei,
aber ich sitze noch da
graue Linien ziehen sich durch meine Gedanken
Störbild
weißes Rauschen
Hör nicht auf zu träumen

Ich stehe jeden Tag aufs Neue auf
und meide den Blick auf die Uhr
Vielleicht wache ich ja bald auf
und stelle fest, dass alles noch vor mir liegt
Hör nicht auf zu rennen

Will zu den Farben zurückfinden
Hör nicht auf zu suchen
 
-
 
 
2013 

Montag, 7. Oktober 2013

"wir lieben es, wir morden uns."

I 

Erinnerst du dich an das erste Mal, als du vor den pechschwarzen Augen deiner eigenen Dämonen erschrocken bist? Du kannst deine weißen Blusen wegpacken. Sie werden immer Blutverschmiert sein. Egal wie oft du dich erinnerst an all den Schmerz den du erleiden musstest
an die Leere
die plötzliche, unbegründete Einsamkeit 
all die Enttäuschungen 
den nächtlichen Geschmack von Tränen 
die Träume, aus denen dich deine eigenen Schreie erweckten 
an den Moment, an dem du in den Spiegel sahst und wusstest, dass du ein Anderer bist. 

Herzlichen Glückwunsch. Du bist Mensch. 

 II 

Menschen sind dunkle Kreaturen, die dreckigsten von Allen, die sich geschickt durch weiße Hemden und Krawatte zu verkleiden wissen. Die sich so leicht verführen lassen von all den primitiven Gütern die doch keinen Wert haben. Von all den heuchlerischen Parolen von oben. 
 Die sich fressen lassen und sich gegenseitig auffressen. 
Opfer des eigenen Kannibalismus. 

 III 

Dein Kopf ist nicht grausam genug für deine Taten. 
Es tut dir weh. 
Es schmerzt zu sehen. Zu fühlen. Zu wissen. 
Die Lügen Tag für Tag zu hören. Die Ketten Tag für Tag zu sehen. Weltschmerz zu fühlen. 

Doch am meisten schmerzt es dich, Vögel fliegen zu sehen.



2013

Dienstag, 25. Juni 2013

Träum weiter

Bin doch im Endeffekt eigentlich immer allein
weil mich niemand so versteht wie ichs mir ausmale
weil ich immer alles poetisieren muss
weil Menschen eben nicht sind wie die Figuren in Büchern

Wie dieses Feinsinnige, wilde, und doch zahme Geschöpf,
das dir zuhören kann wenn du es brauchst und dir den Mund verbieten wenn schon alles gesagt ist und du im Begriff bist dich in Wiederholungen zu verlieren die dich immer weiter in das Chaos rücken

Das Leben ist kein Gedicht, Menschen sind keine Verse
und Zwischenmenschliche Beziehungen -wenn überhaupt - 
nicht mehr als eine Strophe
und jede Strophe hat ihr Ende

Bist du es nicht Leid, mein Kind?
Den ewigen Kampf um den Träumer in dir?
Wo bringt er dich hin, doch nur in Schwierigkeiten, kein Stück voran!
Was zeigt er dir; alles, außer das, was wahr ist!
Doch gibst du ihn auf um klar zu sehen, wer bist du dann?

Der ewige Kreis der keinen Sinn ergibt
Träumst du, steht die verzerrte Realität dir so oft im Sinn; im Endeffekt im Weg.
wachst du auf, ist der Traum verschwunden.
Und was sollst du dann schon noch mit der Realität anfangen?
Was treibt dich dann noch voran?

2013

Montag, 20. Mai 2013

"I can't drown my demons, they know how to swim"

Neuer Text, mal wieder was auf englisch. Hoffe ihr könnt was damit anfangen. Hab mir einiges dabei gedacht, gibt aber sicher einige Möglichkeiten, es zu interpretieren. Wär mal spannend eure Ideen zu hören?

My Demons, they come out at night
drag me to the other side
There's nothing there, no breath of light
Just another turn of the tide

Demon, Demon hold me close
Hold me, rock me till I sleep
Darkness, Darkness, all around
No one here will hear me weep

Their music's like a gentle hum
Melodies longing for the end
The end of pain, the end of time
The end of darkness, a ray of light

My Demons, they forgot about peace
Because there's been no salvation, no release
No shelter from the memories, no sign of ease
Just another cold disease

Father, Father, read the tale out loud
Did I ever make you proud?
Bedtime, Bedtime, don't look round
underneath are the monsters that I've found

In darkness, I'm beginning to find peace
I know you've never understood,
But I've been here so long
I think I won't come home

Mother, Mother, dearest Heart
Though we're the same, we're worlds apart
Reach me, RTeach me, your love is art
Being one is easy, letting go so hard

My Demons, they come out at night
and drag me to the other side
But Love, there's dawn after the night
might find myself a piece of light


2013

Donnerstag, 9. Mai 2013

"Möchte wissen, was in deinem Kopf vorgeht."

Ich kann nicht beschreiben was in meinem Kopf ist
wie es explodiert
wie viel gleichzeitig passiert
die Gedanken rennen mir davon während ich hastig versuche einen Bruchteil davon auf Papier festzuhalten

Wie soll ich dir nur beschreiben was hier drin passiert
Die Farbklekse sie
wehren sich gegen das schwarz

Es ist laut, wo sich die Stille breit gemacht hat
Auf dem Grund liegen Bilder, Erinnerungen
Bagatellen auf einem Schlachtfeld

die einst
so wichtig
waren

Wie soll ich dir sagen dass etwas so rasendes so schleppend seien kann
wie so laute schnelle Gedanken einen in einem Moment einfrieren können
wenn sich scheinbar nichts bewegt
weil man den Moment kurz festhalten muss um ihn zu Begreifen

Ich verzweifel noch daran
mir zu wünschen dass das endet oder
dass es endlich einmal beginnt

zu versuchen dir zu beschreiben was in mir lebt
von innen gegen meine Brust klopft
mit seinen Klauen an den äußeren Wänden des Labyrinths in meinem Kopf entlang streicht

Farbklekse -
monochrom.

Muster
selten Linien
Hoffe, dass die Muster bleiben

Obwohl ich sie dir nie
werde zeigen können.

Verzeih.


2013

Samstag, 20. April 2013

Du bist so still

Ich will mich verkriechen, komprimieren
aber gleichzeitig entfalten
ich will mich kleinmachen irgendwo in einer Höhle
aus Decken, Kissen und der Stille

Will Jemanden, der mich hier raus holt, mich raus rettet
aber will niemandem zumuten diese hoffnungslose Aufgabe zu übernehmen

Will mich eigentlich selbst retten aber seh mich immer nur daran scheitern

Will dir ins Gesicht schreien aber schweige

Will sprechen, so vieles sagen, aber auf dem Weg von meinem Kopf zu meinen Lippen geht so viel verloren, dass am Ende nur ein müdes Lächeln davon übrig bleibt ;
im Endeffekt das überbleibsel meiner Hilflosigkeit. Ein ungesprochenes Gedicht.

Die trüben Überreste einer klaren Aussage verweilen als Kratzer in meiner Seele.

Fressen die Worte in mir weiter auf.
Nagen an meinen Stimmbändern.
Bis ich irgendwann
ganz
schweigsam
b



2013



Sonntag, 7. April 2013

Scarred.

Viele kleine Narben
         überall verteilt
                    durch dich, durch jene die blieben
                             durch falsche Worte, Lügen – im Nachhinein.

So viele Entscheidungen
                                wie
                                     Messer-, nein, Nadelstiche.
                                                wie
                                                      Hunderte.

Deine Lügen
          schaffen meine Unsicherheit

Das Gefühl von Wertlosigkeit
        des nicht-würdig-seins – Im Nachhinein.

Bewunderung
        schafft meiner Einsamkeit
                                 keine Abhilfe
                                         Schafft nur Unverständnis
                                                     und eine seltsame Distanz.

Bewunder mich nicht,
                          nur bitte
                                Bring mir wieder bei wie es ist,
                                          sich selbst akzeptieren zu können.


2013

Samstag, 30. März 2013

Blue

Heute mal ein etwas älterer Text. Hab ihn schon vor einer Weile geschrieben, und diesmal auf englisch. Nur n kleines Gedicht diesmal, nichts besonderes.
Ich hoff ihr könnt trotzdem was damit anfangen.

Hearts don't speak and Hearts won't tell
Head is shut, my private hell

Carry me, take me away
Heart is open, on the ground I lie

right next to you
and I don't know why
but it makes me blue

Dead Butterflies crawl out of my ears
Feelings just don't seem to survive in my mind
So here I am, the silent kind
waiting until
it all disappears

Stare at me but please don't make me see
the real me

Take our memories, take them home
In the end we're all alone

Donnerstag, 14. März 2013

Phoenix


Kann nicht
Will nicht
Leere
In meinem Kopf
Stille
In meinem Herzen
Schreie
In meiner Seele
Und die Hölle
Lebt im Geist

Kannst du
Willst du
Vielleicht
Füllen, was fehlt
Retten, was verloren scheint
Sehen,
Was
Wer
ich bin


Träume sind Morgens nur Schemen
von dem, was in mir brennt
was raus will
doch nicht kann
kannst du
willst du
vielleicht löschen, was
ich schon
Asche zu sein
geglaubt habe?

Kannst du
Willst du
Vielleicht
Helfen die Glut so lange am Leben zu halten bis
ich von Neuem auferstehen kann?

Kannst du
Willst du
Vielleicht
Mir zeigen, wie man lebt? 
 
2013

Mittwoch, 16. Januar 2013

Happiness, please come home

I'm not asking for much,
Just a moment,
A chance to pick up the pieces,
Happiness, please come home

In Flames - Sober and Irrelevant
-
Manchmal, wenn die Menschen mich fragen, warum ich so traurig schaue, sage ich “das Glück hat mich verlassen.” Die Reaktionen sind dann meistens recht ernüchternd – Sie raten mir, nicht so melodramatisch zu sein, oder sagen, ich solle es doch nicht so eng sehen, die Zeiten würden besser.
Dabei versteht keiner, was ich damit meine, denn das Glück hat mich wirklich verlassen.

Früher, da waren das Glück und ich eigentlich ganz gute Kumpels, es wich selten von meiner Seite und wenn, dann kam es sogleich wieder, um mich aufzubauen – Ein richtig guter Wegbegleiter.
Irgendwann wurde ich dann aber älter und das Glück und ich wir, nun ja, man könnte sagen, wir haben uns ein wenig auseinandergelebt – denn ich hatte solangsam meinen eigenen Kopf, mit großen Plänen.

Der Tag der mir aber wirklich zum Verhängnis wurde war der, an dem das Glück mit seinen Koffern in der Tür stand und sich von mir verabschiedete.

“Tschüß” sagte es ganz kalt, “Mir reicht's mit dir. Ich hab das Gefühl, du willst mich garnicht.”
“Nein, aber sag doch sowas nicht!” stammelte ich verzweifelt, “wieso das denn?”
“Na denk doch mal,” rief es, “So oft stand ich ganz nah vor dir und du? Du hast mich einfach ignoriert! Bist über deine vielen Pläne gestolpert, über deine Gedanken und über deine “Gefühle” und hast dabei völlig vergessen, dass ich am Wegesrand stehe. Immer wenn ich da stand, um dir die Hand zu reichen, hattest du dein Gesicht tief in deinen vergraben und wenn ich dich rief schautest du zwar auf aber sahst mich nicht, weil deine Tränen dich geblendet haben – Du Narr!”

Ich wollte es aufhalten aber jeder meiner Muskeln schien plötzlich nicht mehr mir zu gehören. Es schien recht zu haben - Ich stand einfach da, eine Leere Hülle, nicht in der Lage, das Glück jetzt, so kurz vor dem Ende bei mir zu halten.

Und so ging das Glück. Und kam bis Heute nicht wieder.

Manchmal, da dachte ich, es ist vielleicht wieder da, es kommt sicher gleich wieder um die Ecke, denn ich kann es doch spüren.

Aber seit du auch noch weg bist, hab' ich jede Hoffnung verloren. Ja, im Gegenteil, das Glück schien es mir jetzt richtig heimzahlen zu wollen, dass ich es gehen ließ. Vom “gemeinsam” nahm es mir die ersten drei Buchstaben und schon sah die Welt ein Bisschen dunkler aus.

Manche Menschen würden jetzt sagen, wenn einem etwas fehlt im Leben, etwas, das einen vorher am Leben gehalten hat, dann ist die Welt schwarz-weiß. Weil das einzige, das der Welt Farbe verliehen hat, weg ist.

Meine Welt ist jetzt Schwarz-rot. Da ist nichts weißes mehr, nichts leeres, nichts reines, unschuldiges. Da ist nur Dunkelheit. Und Wut. So viel Wut.

Vergiss die Wut nich' , kommt mir dann in den Sinn, danke Laurin Buser¹, Bitchfresse!
Jetzt würd ich die Wut aber gern mal vergessen!

Weiß nicht, ob ich mich vielleicht nochmal ändere. Ob ich die anderen Farben noch zurückbekomme. Ob das Glück irgendwann wieder heimkommt.

Ich hätt nichts dagegen.
Komm doch wieder Heim, alter Kumpel. Ich vermisse dich.
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